Phuket – Insel der Träume in der Andamanensee

Phuket verspricht, jeden Urlaub in ein echtes Abenteuer zu verwandeln. War die Insel im 18. Jahrhundert vor allem für ihre reichen Zinnvorkommen bekannt, ist sie heute ein wahrer Touristenmagnet. Weiße, mit Palmen umsäumte Strände, kristallblaues Meer und eine atemberaubende Insellandschaft ziehen Menschen aus aller Welt an.

Phuket – Geographische Lage

Koh Phuket ist mit einer Fläche von 542 m² die größte Insel im Süden Thailands. Mit ihren rund 390.000 Einwohnern liegt sie in der Andamanensee mitten im Indischen Ozean. Auf einer Länge von circa 50 km und einer Breite von 21 km erstreckt sich für Besucher eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt. Thailands Hauptstadt Bangkok ist ungefähr 890 km weit entfernt und lässt sich von dem inseleigenen Flughafen bequem in etwas mehr als einer Flugstunde erreichen. Ein anderes beliebtes Reiseziel in der Andamanensee ist das rund 60 km entfernte Khao Lak in der Provinz Phang Nga. Die Insel Phuket und ihre kleineren Nachbarinseln bilden zusammen die gleichnamige Provinz Phuket und ist somit die einzige Inselregion Thailands, die einen Provinzstatus innehat. Die Provinz Phuket grenzt im Norden an die Provinz Krabi und im Osten an die Provinz Phangnga und ist in drei Distrikte unterteilt: Thalang, Katu und Muang. Die Andamanensee bildet ein sogenanntes Randmeer des Indischen Ozeans und verzaubert mit seiner einzigartigen Unterwasserwelt. Vor allem im Westen von Phuket liegen die schönsten Strände der Insel, daher konzentriert sich der Tourismus weitestgehend auf die westliche und die südöstliche Inselseite. Phuket wird mit seiner ganz eigenen Magie nicht umsonst als Perle in der Andamanensee bezeichnet.

Das Klima auf Phuket wird von den Monsunwinden bestimmt und lässt sich im Jahresverlauf in drei verschiedene Jahreszeiten unterteilen: kalt, heiß und regnerisch. In den Monaten April bis Oktober ist das Land stärker aufgewärmt als der Indischen Ozean und die kältere Meeresluft bringt viel Regen und Feuchtigkeit mit sich. Von November bis April ist es genau umgekehrt. Die Luft über dem Ozean ist wärmer als die Landmasse und sorgt so für wärmeres und trockeneres Wetter. Aus diesen klimatischen Begebenheiten lässt sich das Wetter für Phuket ganz gut vorhersagen. Von November bis Februar ist die kältere Jahreszeit und beendet die Regensaison. Jetzt ist die optimale Reisezeit.

Was hier als kalt bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein angenehm heißes Wetter, das einen perfekten Traumurlaub auf Ko Phuket und seinen Stränden verspricht. Von März bis Mai schließt sich die heiße Zeit an. Die Temperaturen klettern dann mancherorts bis auf 35° C und höher. Durch die feuchtwarme Luft können diese Temperaturen jedoch unangenehm werden oder bei gesundheitlichen Vorbelastungen das Herz-Kreislaufsystem sehr stark fordern. Ab April und Mai zieht der Regen über die Insel. Die niederschlagsreichsten Monate sind der Mai, September und Oktober. In dieser Zeit kann es zu langanhaltenden Regenfällen kommen. Ein Urlaub auf Phuket in diesen drei Monaten empfiehlt sich nicht.

Im Juni, Juli und August kann es dagegen schon wieder ganz anders aussehen. Zwischen den Regenfällen reißt die Wolkendecke immer wieder auf und sorgt für ein angenehmes, nicht zu heißes Klima. Urlauber können in dieser Zeit von niedrigeren Nebensaisonpreisen profitieren. Die Regensaison auf Phuket ist also nicht ganz verloren.

 

Tipp:  Wer wagt, der gewinnt – zumindest manchmal. Die Nebensaison auf Phuket erstreckt sich über die Monate Mai bis Oktober, wenn auf der Insel Regenzeit herrscht. Wer nicht unbedingt einen Strandurlaub geplant hat, der kann von den niedrigeren Preisen profitieren.

Die Tier- und Pflanzenwelt auf Phuket

 

Die Fauna und Flora auf Phuket wurde zur Zeit des Zinnabbaus und durch extensive landwirtschaftliche Nutzung stark dezimiert. Heute trägt das stetig steigende Touristenaufkommen auf Phuket hat natürlich auch deutlich sichtbare Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. So sind heute nur noch lediglich 7 % der Insel mit ursprünglichem Regenwald bedeckt. In den Nationalparks der Insel tummeln sich neben Rehen und Wildschweinen noch Gibbons und Makaken im Dschungel. Die größeren Landtiere wie Leoparden, Tiger und freilebende Elefanten sucht man mittlerweile auf der Insel vergebens. Die Unterwasserwelt weist noch eine größere Artenvielfalt auf. Die zumeist warme Andamanensee besticht mit ihren faszinierenden Inseln und Riffen, auf denen Anemonen und Korallen beheimatet sind. Beim Tauchen lässt sich eine bunte Vielfalt an Meeresbewohnern bestaunen. Rochen, Leopardenhaie und Wasserschildkröten ziehen ihre Bahnen durch den Ozean. Die meisten Strände auf Phuket laden zum Schnorcheln ein und geben den Blick auf eine zauberhafte Welt unter Wasser frei, ohne dass man in die Tiefe tauchen muss.

 

Hinweis:  Die Unterwasserwelt ist ein empfindliches Ökosystem, das verantwortungsvoll behandelt werden muss. Daher gilt die Devise „Ansehen ist besser als Anfassen“

 

Phuket ein Touristenmagnet mit Geschichte

 

Phuket ist für Touristen erst seit den 1980er Jahren ein Begriff, dabei kann die Insel auf eine lange und spannende Geschichte zurückblicken. Zum ersten Mal wird Phuket um 1200 in den Geschichtsbüchern erwähnt. Woher der Name Phuket genau stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sehr wahrscheinlich leitet sich Phuket jedoch von dem malaiischen Wort „Bukit“ für Hügel ab. Offiziell wurde der Name Bhuket unter der Herrschaft des thailändischen Königs Rama V. festgeschrieben, bevor aus Bhuket im Jahr 1967 Phuket wurde. 1785 rückte die burmesische Armee, die Thailand besetzte, bis nach Phuket vor. Die Neuigkeit, dass die Burmesen die Einwohner Phukets mit nach Burma nehmen wollte, um sie dort als Sklaven einzusetzen, machte schnell die Runde. Dieses Unheil konnte letztendlich durch den Einsatz der Schwestern Kunying Jan und Mook abgewendet werden.

 

Erleben Sie Phuket – Natur, Strände und Kultur

 

Die Geschichte von der Rettung Phukets durch zwei mutige Frauen

 

Kunying Jan war die Ehefrau des Gouverneurs auf Phuket. Als der britische Seekapitän James Light eine Meldung an den Gouverneur nach Phuket schickte, dass sich die Burmesen mit ungefähr 3000 Mann auf den Weg nach Phuket befänden, fiel die Nachricht Kunying Jan in die Hände, da ihr Mann kurz zuvor verstorben war. Kurzerhand mobilisierten die Schwestern die Einwohner von Phuket, um sich den Burmesen entgegenzustellen. Wegen des Mangels an Männern, ordnete sie an, dass sich auch Frauen als Soldaten verkleiden sollten. Aber nicht nur Männer waren knapp, sondern auch Waffen. Deshalb mussten einfache Stöcke als Waffen herhalten. Die Burmesen bezogen Stellung in der Nähe des Strandes von Bang Tao. Nach ungefähr einem Monat mussten sie ihre Belagerung jedoch wegen einer Hungersnot und des drohenden Todes der Soldaten aufgeben und unverrichteter Dinge abziehen. Für ihren Mut und ihre Heldenhaftigkeit wurde den Schwestern ein Adelstitel verliehen und eine Statue errichtet.

 

Hinweis:  Die Heldenstatue ist auf dem Weg zum Flughafen nicht zu übersehen. Wenn man sich der Statue der beiden Schwestern aufmerksam nähert, kann man sehen, wie die Thailänder einen Gruß in ihre Richtung schicken.

 

Dies sollte nicht der einzige Versuch Burmas sein, Phuket zu erobern. Zwischen 1809 und 1812 versuchte es die burmesische Armee noch weitere drei Mal. Dabei wurden Teile Phukets, vor allem im heutigen Distrikt Thalang, zerstört und nur mit Hilfe von eintreffender Unterstützung aus Bangkok konnten die Angriffe abgewehrt werden. Phuket erlangte durch den Anbau von Kautschuk und dem Abbau von Zinn einen nicht unerheblichen Wohlstand, an dem sich andere Nationen bereichern wollten. Erst als Burma unter britische Herrschaft geriet, hörten die Angriffe auf.

 

Phukets ursprüngliche Bevölkerung – die Seenomaden

 

Die ursprüngliche Bevölkerung Phukets bilden drei unterschiedliche Stämme: Die Moken, die Moklen und die Urak Lawoi. Alle drei Stämme befuhren als Seenomaden das Meer rund um die Küsten und Buchten Phukets. Die indigenen Völker oder Chao Le, wie sie in der thailändischen Sprache heißen, leben vor allem auf Booten oder, in auf Stelzen gebauten, Siedlungen. Manche von ihnen ziehen von Bucht zu Bucht und ernähren sich davon, was das Meer für sie bereithält. Der Stamm der Moken ist heute noch der einzig Verbleibende, der einen nomadischen Lebensstil pflegt. Die anderen Stämme haben sich mittlerweile an der Küste Phukets niedergelassen. Ihre genaue Herkunft ist bis heute nicht geklärt und stellt viele Wissenschaftler noch immer vor ein Rätsel. Einige Stelzensiedlungen gelten als Attraktion und können von Touristen besichtigt werden. Die Zunahme des Tourismus bringt jedoch auch Nachteile und verändert die ursprünglichen Kulturen Stück für Stück oder hat sie an manchen Stellen der thailändischen Küste bereits vollständig zurückgedrängt. Lange Zeit lebten die Seevölker ohne Geld und ihre Lebensgrundlage begründete sich allein auf ihren herausragenden Fähigkeiten als Fischer. Mit dem Tourismus eröffneten sich für die Nomaden neue Wege, um ihren Lebensunterhalts zu bestreiten. Touren durch ihre Siedlungen und Fotos mit Einheimischen, veränderten auch das Bild ihrer Hütten, von denen mittlerweile viele mit fließendem Wasser und Elektrizität ausgestattet sind. Den größten Teil ihres Lebensunterhalts bestreiten sie jedoch nach wie vor durch die Fischerei oder dem Perlentauchen. Die meisten Seenomaden sind Anhänger des Animismus. Die Religion des Animismus geht von einer Allbeseeltheit aus, das heißt nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch andere Objekte aus der Natur gelten als beseelt und haben daher eine gewisse Ehrfurcht bei der Behandlung verdient.

 

Tipp:  Einen spannenden Einblick in die Welt der Seenomaden bietet ein Besuch einer Stelzensiedlung. In Rawai, der Saphan Bay oder auf der Insel Sire kann man für ein paar Stunden in das Leben der Moklen und Urak Lawoi eintauchen.

 

Entwicklung und Aufstieg der Perle in der Andamanensee

 

Phuket war lange Zeit eine Nation von Fischern, bis in der Zeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert große Zinnvorkommen auf Phuket entdeckt wurden und der Zinnabbau in den Vordergrund rückte. Der Zinnreichtum lockte zahlreiche andere Nationen, wie beispielsweise Europäer und Araber auf die Insel. Viele chinesische Migranten ließen sich auf Phuket nieder, um in den Zinnminen zu arbeiten. Koh Phuket liegt äußerst günstig zwischen Indien und China, sodass der Handel mit Zinn schnell florierte und der Insel zu seinem Reichtum verhalf. Im 18. Jahrhundert wurde der Zinnabbau unter ein königliches Monopol gestellt, um den Zugriff auf den wertvollen Bodenschatz durch andere Länder zu begrenzen. Da Phuket nicht über unendliche Zinnressourcen verfügte, spielte der Zinnabbau bald nur noch eine untergeordnete Rolle in der Gesamtwirtschaft, legte aber den Grundstein für den Wohlstand Phukets.

 

Phuket Bevölkerung und Wirtschaft heute

 

Mit der Entdeckung des Zinns auf Phuket stieg die Zahl der chinesischen Einwanderer stark an. Die Chinesen brachten nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch ihre Traditionen und ihr Wissen mit nach Phuket. Viele junge, chinesische Männer heirateten thailändische Frauen und die Kulturen vermischten sich nach und nach. Nachdem die Zinnvorräte aufgebraucht waren, konzentrierten sich die, mittlerweile auf Phuket verwurzelten, Chinesen auf den Handel und trugen als Kaufleute maßgeblich zu der Entwicklung der Städte wie Phuket Town bei.

 

Weitere Industriezweige Phukets liegen im Kautschukanbau auf großen Plantagen. Um 1900 wurde der erste Kautschukbaum auf Phuket gepflanzt. Was vielleicht kaum einer weiß – Thailand ist weltweit der größte Exporteur von Naturkautschuk. Rund 3,9 Millionen Tonnen Kautschuk werden jährlich produziert. Auf Phuket konkurriert der Kautschukanbau allerdings mit dem Tourismus als zweitstärkstem Wirtschaftszweig. Die großen, weiten Plantagen müssen mancherorts Platz für den Ausbau von Unterkünften für Touristen machen. Das gleiche gilt für den landwirtschaftlichen Anbau von Cashew, Ananas oder Kokosnüsse.

Ein weiterer wichtiger Grundpfeiler von Phukets Wirtschaft ist der Fischfang. Durch den hohen Bedarf an Fisch kommt es jedoch allmählich zu einer Überfischung der Gewässer durch große Firmen, die vor allem die einheimischen Fischer vor große Probleme stellt.

 

Hinweis:  Phuket gilt neben Bangkok als teuerste Provinz in ganz Thailand. Sicherlich findet man noch preiswerte Unterkünfte oder Restaurants. Allgemeint gilt jedoch, der Preisstandard auf Phuket ist nicht mit dem im restlichen Thailand zu vergleichen.

 

Im Laufe der Jahrhunderte entstand auf Phuket ein Schmelztiegel aus verschiedenen Nationen und Religionen. Neben den Chinesen, die spätestens mit dem Zinn eingewandert waren, leben auch viele Thailänder auf der Insel, die vom Festland übergesiedelt sind. Eine weitere Bevölkerungsgruppe stellen die Malaien dar, die vor allem als Fischer an der Küste Phukets oder auf Kautschukplantagen tätig sind.

 

In den 1980er Jahren begann sich der Tourismus auf Phuket zu entwickeln. Zuerst kamen die Backpacker und Abenteuertouristen, die die einsamen Strände für sich entdeckten. Mit seiner atemberaubenden Tier- und Pflanzenwelt, den weißen Stränden unter Kokospalmen und dem kristallblauen Meer zieht Phuket heute jährlich Millionen Urlauber an. Das hat natürlich zur Folge, dass Touristen-Hotspots wie Patang relativ stark besucht sind. Aber nicht alle Städte und Strände sind auf Phuket touristisch überlaufen. Es gibt noch viele einsame Strände auf Phuket zu entdecken.

 

Phuket – Tradition und Religion

 

Die vorherrschende Religion auf Phuket ist der sogenannte Theravada Buddhismus, nahezu 95 % der Thais sind Anhänger des Buddhismus. Auf Phuket sind etwa 78 % der Inselbevölkerung buddhistischen Glaubens. Der Buddhismus ist eine Religion, der sich mit seiner Philosophie auch im Alltag und der Architektur widerspiegelt. Aus diesem Grund sind buddhistische Tempel nicht nur eine Sehenswürdigkeit für Touristen, sondern werden auch ganz aktiv von den Einheimischen auf Phuket für Opfergaben und Gebete genutzt. Die zweitgrößte religiöse Gruppe bilden die Islamisten, die zu weiten Teilen aus malaiischen Einwohnern Phukets besteht. Die friedliebende Religion des Buddhismus ermöglicht eine Koexistenz der verschiedenen Religionen auf der Insel, die bisher in ihrer Geschichte ohne blutige Auseinandersetzungen und Konflikte auskommt.

 

Phuket bietet seinen Besuchern eine Vielzahl an kulturellen Attraktionen, die eng mit den Traditionen der Einwohner verbunden sind. So kann man auf Phuket gleich dreimal das neue Jahr begrüßen. Zum einen das reguläre Neujahrfest am 1. Januar, dann das Chinesische Neue Jahr, das zwischen Anfang Januar und Mitte Februar gefeiert wird und das Thailändische Neue Jahr Mitte April. Überhaupt werden auf Phuket zu vielen Gelegenheiten Festivals aller Art gefeiert. Ein besonders bizarres Highlight im inseleigenen Veranstaltungskalender ist mit Sicherheit das Vegetarian Festival, das für ein paar Tage im Oktober gefeiert wird. Während des Festivals finden Umzüge und Prozessionen rund um die chinesischen Tempel statt. Straßenstände mit vegetarischem Essen säumen die Wegstrecken. Das Vegetarian Festival geht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Eine chinesische Schauspielertruppe erkrankte schwer, als sie für chinesische Zinnminenarbeiter spielen wollte. Dank einer vegetarischen Diät und der Anbetung ihrer Gottheiten kam die Gruppe rasch wieder auf die Beine und die einheimische Bevölkerung Phukets übernahm das Ritual. Während des Vegetarian Festivals dreht sich alles um die Mah Song, die ihre Körper opfern, um das Wohlergehen für alle in der Gemeinschaft zu sichern. Besucher des Festivals werden Zeuge, wie sich die Auserwählten Eisenstangen durch die Backe bohren, über glühende Kohlen gehen oder anderweitig Verletzungen und Verstümmelungen in Kauf nehmen.

 

Tipp:  Das Vegetarian Festival ist eines der bekanntesten und meist besuchtesten Feste auf Phuket. Wer zur Zeit des Festivals auf der Insel ist, der sollte sich einen der vielen Umzüge nicht entgehen lassen. Aber Achtung, der Anblick der Mah Song ist nichts für schwache Nerven.

 

Die Menschen auf Phuket – Die lächelnde Insel

 

Die Thailänder gelten als die freundlichsten Menschen der ganzen Welt. Nicht umsonst wird Thailand als das „Land des Lächelns“ bezeichnet. Das Lächeln hat hier aber unterschiedliche Bedeutungen, die vor allem für Europäer nicht immer leicht zu durchschauen sind. Das Lächeln kann ein Mittel sein, einen Konflikt zu entschärfen oder einer Bitte etwas mehr Nachdruck zu verleihen. Es wird auch dazu eingesetzt seinem Gegenüber zu signalisieren, dass ein begangener Fehler sofort verziehen wird und eine streitbare Angelegenheit vom Tisch ist. Obwohl in Phuket durch die Geschichte verschiedene Einflüsse, unter anderem auch aus China und Malaysia vorherrschen, wird dennoch Wert auf die thailändischen Gepflogenheiten Wert gelegt.

 

Tipp:  Lassen Sie sich von der Freundlichkeit anstecken. Mit einem Lächeln kommt man nicht nur schneller ans Ziel, es erleichtert auch den Weg dahin.

 

In Thailand herrschen noch soziale Hierarchien, die den Europäern vielleicht auf den ersten Blick ein wenig fremd erscheinen mögen. Das gleiche gilt, wenn auch in abgeschwächter Form, für Phuket. Diese spiegeln sich vor allem im Umgangston untereinander oder in der Verwendung von verschiedenen Grußformen je nach sozialem Stand wider. Familie und Traditionen werden auf Phuket wie in ganz Thailand großgeschrieben. So ist es keine Seltenheit, dass verschiedenen Generationen unter einem Dach leben.

 

Für Thailänder ist eines der wichtigsten Grundpfeiler im sozialen Miteinander das Wahren des Gesichts und zwar nicht nur des eigenen, sondern auch des Gegenübers. So versuchen Thailänder, Konflikten aus dem Weg zu gehen und sich und andere möglichst nicht in Verlegenheit zu bringen. Urlauber auf Phuket sollten demnach unbedingt einige Regeln beherzigen!

 

  • Bei einem auftretenden Problem immer ruhig bleiben
  • Keine direkte Kritik äußern und schon gar nicht in der Öffentlichkeit
  • Lächeln. Ein mürrisches Gesicht ist auf Phuket nicht gerne gesehen

 

Der Aufstieg Phukets zum Touristenmagnet

 

Seit den 1980er Jahren boomt der Tourismus auf der Insel in der Andamanensee. Phuket und seine dünn besiedelten Nachbarinseln erfüllten die Träume all derer, die ein Abenteuer in der Einsamkeit suchten. Jahr um Jahr stiegen die Urlauberzahlen und der Geheimtipp Phuket hat sich zum Touristen Hot-Spot entwickelt. 2016 verbrachten über 30 Millionen Menschen ihren Urlaub auf Phuket. Mit seiner Vielfalt an Aktivitäten wundert das kaum. Phuket bietet für jeden das passende Urlaubserlebnis.

 

Auch heute noch zieht es Backpacker auf Koh Phuket, die Anbindung ist gut und Südostasien steht weiterhin auf der Liste der beliebtesten Reiseziele für Rucksackreisende ganz weit oben. Die einzigartige Insellandschaft rund um Phuket bezaubert auch jährlich Millionen Taucher. Die Nachbarinseln Kho Phi Phi oder die Similan Islands gelten als eine der atemberaubendsten Tauchdestinationen weltweit.

Phuket ist nicht nur eine Trauminsel für Aktivurlauber. An den wunderschönen Stränden entlang der Westküste oder im Südosten lassen sich entspannte Stunden am Strand unter Palmen verbringen.

 

Noch recht unbekannt ist der „Gesundheitstourismus“. Die Krankenhäuser auf Phuket entsprechen modernen Standards und die meisten Ärzte vor Ort sprechen ausgezeichnet Englisch. Das nutzen viele Menschen, um sich günstig behandeln zu lassen.

 

Die beste Reisezeit für Phuket ist zwischen Ende November und März. In der Zeit ist es trocken, nicht allzu heiß und die Temperaturen lassen sich vor allem für Europäer gut aushalten. Ab April bis in den Mai steigen die Temperaturen deutlich an. Die Regenzeit ab Mai bis Ende Oktober ist die offizielle Nebensaison auf Phuket. Die Preise für Übernachtung und Verpflegung sinken deutlich. Viele Touristenaktivitäten und Restaurants haben geschlossen, einige Nationalparks sind gesperrt. Trotzdem sollte man einen Urlaub auf Phuket während der Regenzeit nicht von vorneherein ausschließen. Die Regenzeit bedeutet nicht, dass es monatelang ununterbrochen wie aus Eimern schüttet. Regentage wechseln sich mit Tagen ohne Regen ab.

 

Hinweis:  Je nach Vorliebe kann auch die Nebensaison für ein entspanntes Urlaubsfeeling sorgen. Viele Touristenattraktionen haben jedoch geschlossen und einige Nationalparks sind gesperrt. Es lohnt sich, sich im Vorfeld genau zu informieren

 

Wer gerne einen Strand- und Badeurlaub auf Phuket verbringen möchte, der meidet die Regenzeit besser. Da der Wind in der Zeit vom Meer auf die Insel weht, kann es zu einem höheren Wellengang und einem insgesamt unruhigerem Meer kommen. Gefährliche Strömungen können unvorsichtige Badeurlauber in Lebensgefahr bringen. Daher gilt unbedingt und auch nicht nur in der Regenzeit, die aufgestellten Warnhinweise zu beachten und zu befolgen.

 

Die Anreise nach Phuket ist bequem mit dem Flugzeug möglich, da die Insel über einen eigenen und modernen Flughafen verfügt. Hier landen sowohl Flüge aus dem thailändischen Inland als auch internationalen Fluglinien. Einige auch deutsche Fluglinien bieten Direktflüge nach Phuket an. Die meist genutzten Routen führen über Bangkok oder legen einen Zwischenstopp in den Vereinigten Emiraten ein. Phuket ist mit dem thailändischen Festland durch eine Brücke verbunden. So können Touristen bequem mit den gängigsten Verkehrsmitteln auf Phuket übersetzen. Busse pendeln in regelmäßigen Abständen zwischen den Provinzen und der Hauptstadt Phuket Town hin und her.

 

 

Die umliegenden Inseln werden entweder mit Speed- oder Longtailbooten oder mit einer Personenfähre angefahren. Regelmäßiger Schiffsverkehr verbindet zum Beispiel Phuket mit Koh Phi Phi oder Ao Nang in der Nachbarprovinz Krabi. Wer eine Inseltour während seinem Aufenthalt auf Phuket gebucht hat, der wird meist vom Anbieter bequem am Hotel abgeholt und setzt dann mit einem Schiff zu der jeweiligen Insel über. Die Inseln sind auch untereinander gut vernetzt, sodass ein Inselhopping auf jeden Fall möglich ist. Eine Zugverbindung nach Phuket sucht man allerdings vergebens.

 

Phukets Strände – eine Traumkulisse für jeden Urlaub

 

Die Strände auf Phuket sind mit die schönsten der Welt. Weiße Sandstrände, einsame Buchten und Palmen so weit das Auge reicht. Der wohl bekannteste Strand ist der Patong Beach an der Westküste Phukets. Auf einer Länge von 2,5 km tummeln sich hier die Urlauber aus den umliegenden Hotels. Patong ist nicht nur für seinen zauberhaften Strand, sondern auch für sein Nachtleben bekannt. Ein weiteres Highlight unter den Stränden ist der Kata Beach im Südwesten. Malerisch an zwei Seiten durch ein Kap umgeben, zieht er seine Besucher mit einem atemberaubenden Blick auf das kristallblaue Meer in seinen Bann. Neben Patong zählt der Strand in Kata zu den beliebtesten Stränden auf Phuket. An beiden Stränden hat man die Möglichkeit seinen Urlaub in einem Hotel in der Nähe des Strandes zu verbringen.

 

Der Verkehr auf Phuket – ein Abenteuer für sich

 

Der Verkehr auf Phuket ist nicht jedermanns Sache. Mit den steigenden Touristenzahlen, ist auch der Verkehr rasant angestiegen und mit ihm leider auch die Verletzten und Toten. Die Infrastruktur hält noch nicht mit der Vielzahl an Autos, Bussen, Mopeds und LKWs Schritt. Zahlreiche Unfälle durch eine Mischung aus schlechten Straßenverhältnissen, aggressivem Fahrstil und manchmal Alkohol und Drogen, lassen den Straßenverkehr an manchen Orten zu einem wahren Alptraum werden. Wer es sich nicht zutraut, auf der Insel selbst zu fahren, der kann auf eines der vielen Taxis, TukTuks oder private Fahrdienste zurückgreifen. Den Preis sollte man jedoch unbedingt im Voraus aushandeln, so dass es hinterher keine böse Überraschung gibt und man sich mit einem aggressiven Taxifahrer gegenübersieht, der einen völlig überteuerten Preis eintreiben möchte. Öffentliche Verkehrsmittel sind auf Phuket dünn gesät und je weiter man sich vom Flughafen entfernt, desto schwieriger sind sie zu finden. Hier hilft es, im Hotel genauer nachzufragen, wo sich die nächstgelegene Haltestelle befindet.

 

Allgemeine Infos für einen Urlaub auf Phuke

 

Die Amtssprache auf Phuket ist Thai, jedoch sprechen viele Einwohner Phukets sehr gut Englisch. Die Landeswährung sind Baht und 1 Euro entspricht ungefähr 37 Baht.

 

Ein Visum ist für Touristen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz bei einem Urlaub bis zu vier Wochen nicht nötig. Eine Aufenthaltserlaubnis von 30 Tagen wird automatisch bei der Einreise erteilt. Die ersten 30 Tage können gegen eine einmalige Gebühr um weitere vier Wochen verlängert werden. Eine kurze Aus- und wieder Einreise in ein Nachbarland, um eine erneute Aufenthaltserlaubnis für dreißig Tage ausgestellt zu bekommen, ist nicht mehr erlaubt. Wenn man im Vorfeld bereits weiß, dass man gerne länger als einen Monat auf Phuket verbringen möchte, dann lohnt sich ein Touristenvisum über 180 Tage mit der Möglichkeit auf multiples Einreisen. Die 180 Tage Gültigkeit bedeuten jedoch nicht gleichzeitig eine Aufenthaltserlaubnis für die gleiche Zeit. Mit dem Touristenvisum hat man die Möglichkeit eines 60 tägigen Aufenthalts auf Phuket und einer einmaligen Verlängerung um 30 Tage. Dann muss man jedoch in ein Nachbarland ausreisen und wieder nach Thailand einreisen, um eine erneute Aufenthaltserlaubnis für 60 Tage zu bekommen.

 

Hinweis:  Zu den jeweiligen Visabestimmungen geben die thailändischen Konsulate gerne Auskunft. Ein benötigtes Visum wird auch dort erteilt. In Deutschland finden sich thailändische Konsulate in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, München und Essen.

 

Ein Besuch auf Phuket gilt allgemein als sehr sicher. Probleme bereiten der Provinz jedoch die mittlerweile mafiösen Strukturen der Taxi- und TukTuk-Fahrer, die sich gegenseitig mit extrem hohen Preisen überbieten und der korrupten Polizei, die nicht unbedingt immer eine Hilfe darstellt.

 

Auf kulinarischer Entdeckungsreise durch Phuket

 

Bei einem Urlaub auf Phuket sollte man sich unbedingt durch die einheimische Küche schlemmen und die kulinarische Vielfalt an beeindruckenden Aromen und frischem Obst und Gemüse entdecken. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Kleine Garküchen am Straßenrand, Restaurants oder fahrbare Küchen laden zu einer kulinarischen Reise durch die leichte und fettarme thailändische Küche ein. Die thailändische Küche ist scharf, wer einen empfindlicheren Gaumen hat, sollte das bei der Bestellung dazusagen. Viele Restaurants haben sich mittlerweile an die Geschmäcker ihrer Urlaubsgäste eingestellt und servieren an die empfindlicheren Gaumen angepasste Gerichte.

 

Tipp:  Wer ursprünglich essen möchte, der wirft lieber vorher einen genauen Blick in die Speisekarte oder setzt gleich auf eine kleine Garküche.

 

Die Speisen in Restaurants werden in aller Regel in mundgerechten Stücken serviert und entweder mit einem Löffel oder Essstäbchen gegessen.

Das Obstbuffet auf Phuket ist reichhaltig. Neben Mango, Durian und Litschis finden sich auch einige weniger bekannte Köstlichkeiten wie Javaäpfel (verschiedenfarbige, glockenförmige Frucht) oder Mangostan (angenehm säuerliche, purpurfarbene Frucht) im Angebot. Die Bandbreite der Restaurants auf Phuket geht von gehobener Küche bis hin zur schnellen Open Air Küche an der Straßenecke. Viele Restaurants haben sich mittlerweile auch den Herkunftsländern der Touristen angepasst, so dass man auch auf Phuket auf ein Schnitzel nicht unbedingt verzichten muss. Die thailändische Küche setzt aber traditionell stärker auf Geflügel und Meerestiere als auf andere Fleischsorten. Das Gemüse wird schonend gegart, so dass alle gesunden Inhaltstoffe während des Kochens erhalten bleiben.

 

Der Tsunami 2004 – Eine Katastrophe trifft Phuket

 

Am 26. Dezember 2004 überrollt ein gewaltiger Tsunami die Urlaubsinseln Phuket und Khao Lak. Bei der gewaltigen Flutwelle starben insgesamt über 230.000 Menschen in verschiedenen Küstenregionen von Bangladesch bis Thailand entweder direkt oder an ihren Folgen. Ursache war ein Untersee-Beben, das mehrere Tsunamis gleichzeitig auslöste. Ganze Dörfer und Hotels wurden von den Wassermassen mitgerissen und zerstört. Phuket traf der Tsunami mitten in der Hauptsaison, in der viele Touristen ihren Weihnachtsurlaub auf der Insel verbrachten. Insgesamt wurden 407 Dörfer zerstört und die Zahl der Todesopfer, darunter auch viele Touristen, wird auf insgesamt rund 8.000 Menschen geschätzt. Genaue Zahlen gibt es nicht. Heute sind die Gedanken an den Tsunami ganz weit weg. Die Katastrophe an diesem Dezembertag traf Phuket völlig unvorbereitet. Es blieb keine Zeit für umfassende Evakuierungen.

Ein modernes Frühwarnsystem soll heute dafür sorgen, dass sich eine derartige Katastrophe nicht mehr wiederholt. 136 Kontrollstationen im Indischen Ozean und vor den Küsten registrieren jedes noch so kleine Seebeben. Die erhobenen Daten können in Minutenschnelle analysiert werden und sowohl Behörden als auch Bevölkerung gewarnt werden. Die Dörfer und Hotels auf Phuket und Khao Lak in der Nachbarprovinz Phang Nga, die von der Flutwelle mitgerissen wurden, wurden mittlerweile wieder vollständig aufgebaut.

 

Hinweis:  Statistisch gesehen ist es relativ unwahrscheinlich, dass ein weiterer Tsunami in dem Ausmaß auf Phuket trifft. Es kann aber dennoch nicht schaden, sich mit eventuellen Fluchtwegen und Sicherheitsmaßnahmen im Hotel vertraut zu machen.

 

Phuket, die Perle in der Andamanensee ist zu Recht eines der beliebtesten Reiseziele. Bietet die Insel doch so viel für ihre Besucher. Wunderschöne Strände, einsame Inseln, leckere Küche und unzählige Aktivitäten. Fast zu viel für nur einen Urlaub. Deshalb kommen die meisten Touristen mehrmals in ihrem Leben nach Phuket zurück und wer kann es ihnen verübeln?